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Ambulante Spezialfachärztliche Versorgung

Ambulante Spezialfachärztliche Versorgung

 

Der Gesetzgeber hat mit den letzten Gesundheitsreformen neue Möglichkeiten geschaffen, vertragsärztlich oder vertragspsychotherapeutisch tätig zu werden. Durch diese Gestaltungsfreiheit soll eine Qualitätsverbesserung und Kostenreduzierung in der Krankenversorgung erreicht werden. Das Sozialgesetzbuch V  dient hierbei als Grundlage für die unterschiedlichen und innovativen Versorgungsformen. Hier erhalten Sie Informationen zur ambulanten spezial­fachärztlichen Versorgung (ASV).

Mit der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) ist ein neuer Versorgungsbereich entstanden. Die ASV stellt ein Angebot für Patienten dar, die an einer komplexen, schwer therapierbaren Krankheit leiden, deren Behandlung besonders hohe Anforderungen an die Ärzte stellt. Hierzu gehören

  • schwere Verlaufsformen von Erkrankungen mit besonderen Krankheitsverläufen, z.B. onkologische und rheumatische Erkrankungen,
  • seltene Erkrankungen und Erkrankungszustände mit entsprechend geringen Fallzahlen, z.B. Tuberkulose und Mukoviszidose,
  • hochspezialisierte Leistungen, z.B. CT/MRT-gestützte interventionelle schmerztherapeutische Leistungen.

Die Behandlung übernehmen interdisziplinäre Teams von Spezialisten unterschiedlicher Fachrichtungen; sowohl niedergelassene Ärzte als auch Krankenhausärzte arbeiten unter besonderen Qualitätsanforderungen zusammen. Sie können bei Bedarf weitere Ärzte und Psychotherapeuten hinzuziehen, um eine bestmögliche Versorgung der Patienten zu gewährleisten.

An der ASV können Fachärzte, Medizinische Versorgungszentren sowie  ermächtigte Ärzte und zugelassene Krankenhäuser teilnehmen. Leistungserbringer, die im Saarland an der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung teilnehmen wollen, müssen dies gegenüber dem erweiterten Landesausschuss nach § 116b SGB V im Saarland anzeigen; die Geschäftsstelle befindet sich bei der Kassenärztlichen Vereinigung Saarland.

Der Leistungserbringer ist nach Ablauf einer Frist von zwei Monaten nach Eingang seiner Anzeige zur Teilnahme an der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung berechtigt, es sei denn, der erweiterte Landesausschuss teilt ihm innerhalb dieser Frist mit, dass er die Anforderungen und Voraussetzungen hierfür nicht erfüllt.

Die näheren Vorgaben zur ASV hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) in einer Richtlinie geregelt; diese ist am 20.07.2013 in Kraft getreten. Die Diagnostik und Behandlung der einzelnen Erkrankungen wird sukzessive über sogenannte Anlagen zur Richtlinie konkretisiert. Bisher sind zwei Konkretisierungen vom G-BA beschlossen und in Kraft getreten: „Tuberkulose und atypische Mykobakteriose“ sowie „Gastrointestinale Tumoren und Tumoren der Bauchhöhle“.

Zu diesen beiden Krankheitsbildern hat der erweiterte Landesausschuss Anzeigeformulare für die Teilnahme an der ASV erarbeitet und in seiner Sitzung am 02.10.2014 beschlossen. Diese stehen Ihnen im Formularbereich zur Verfügung.