Unsere Themen

Artikel

null 2020: DGUV - Covid-19-Erkrankung kann Arbeitsunfall sein - Aufhebung der Vorstellungspflicht

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) macht darauf aufmerksam, dass es sich bei einer SARS-CoV-2-Erkrankung um einen Arbeitsunfall handeln kann und in diesem Fall die Vorstellungspflicht beim Durchgangsarzt nicht greift. Folgende Informationen geben darüber Auskunft, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen und was die Aufhebung der Vorstellungspflicht für die Praxis bedeutet. Diesbezüglich sind von der DGUV weitergehende Informationen bereitgestellt worden.

 

COVID-19 als Arbeitsunfall

Laut DGUV müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein, damit es sich bei einer COVID-19-Erkrankung um einen Arbeitsunfall handelt: Das Vorliegen eines Gesundheitserstschadens und der intensive und länger andauernde Kontakt mit einer nachweislich mit dem Virus infizierten Person („Indexperson“). Dies gilt sowohl für Geschehnisse im Betrieb als auch auf den Wegen von und zur Arbeit.

 

Keine Vorstellungspflicht beim Durchgangsarzt

Vor dem Hintergrund der besonderen Sachlage bei COVID-19 Erkrankungen, der Quarantäneauflagen und der fachspezifischen Behandlung greift nach Meinung der DGUV die Vorstellungspflicht nach § 26 Vertrag Ärzte/Unfallversicherungsträger beim Durchgangsarzt nicht.

Eine Vorstellung beim Durchgangsarzt einzig zur Aufnahme der versicherungsrechtlich relevanten Daten sei aus Gründen der Infektionsprävention nicht sinnvoll.

In einem solchen Fall findet hier analog die Regelung Anwendung, die in § 26 Absatz 2 erster Spiegelstrich bei isolierten Augen- und/oder HNO-Verletzungen gilt: Der Patient wird bei Bedarf direkt an den erforderlichen Facharzt überwiesen. In diesen Fällen erfolgt die Meldung des Arztes an den Unfallversicherungsträger mit der ärztlichen Unfallmeldung (Formular F1050).

Sollte sich bei einem Durchgangsarzt dennoch eine Person vorstellen, bei der eine Voraussetzung für einen eventuellen Arbeitsunfall besteht, so hat der Durchgangsarzt einen Durchgangsarztbericht nach F1000 erstellen.

Behandlung und Testung zulasten der Unfallversicherung

Sofern eine an SARS-CoV-2 erkrankte Person im Rahmen ihrer versicherten Tätigkeit intensiven und länger andauernden direkten Kontakt mit einer Indexperson hatte oder ein Ausbruchsgeschehen in einem Betrieb gegeben ist und die sonstigen Voraussetzungen nach § 8 SGB VII vorliegen, ist die Behandlung und auch die Testung der erkrankten Person zulasten des zuständigen Unfallversicherungsträgers durchzuführen.

Informationen der DGUV

Merkblatt: „Kann es sich bei einer SARS-CoV-2-Erkrankung um einen Arbeitsunfall handeln?“ 

Diese Ausführungen sind auch auf der DGUV-Internetseite bei den Fragen und Antworten zu finden:

www.dguv.de/landesverbaende/de/medien/faq/aktuelles_corona_dav/index.jsp

Dort stehen auch weitere Informationen für D-Ärzte in Zusammenhang mit COVID-19-Erkrankungen verursacht durch das Coronavirus SARS-CoV-2 bereit.

Informationen zum Thema Unfallversicherung und Coronavirus sowie den Vertrag Ärzte/Unfallversicherungsträger finden Sie auf der Internetseite der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV): www.kbv.de/html/unfallversicherung.php

Anlagen