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null Rezepte

Die sorgfältige Ausstellung eines Rezeptes liegt in Ihrem eigenem Interesse.

Auf dem Weg von der Ausstellung eines Arznei- und Heilmittelrezeptes in der Arztpraxis bis zu dessen Abrechnung in der Kassenärztlichen Vereinigung kann eine Reihe von Fehlern auftreten.

Um Richtgrößenprüfungen und Arzneimittelprüfungen, schlimmstenfalls ungerechtfertigte Regresse zu vermeiden, ist ein Arzneimittel-Controlling in der Arztpraxis unentbehrlich. Schalten Sie mögliche Fehlerquellen aus.

 

Bei diesen Schritten können Fehler auftreten:

  • Wie die Erfahrung zeigt, passieren Fehler schon bei der Ausstellung von Rezepten in der Arztpraxis und führen dazu, dass die Kosten falsch verbucht bzw. die Rezepte nicht richtig gelesen werden. Ursache hierfür kann mitunter eine schlechte Druckerqualität sein, die zum Beispiel aus einer 8 eine 3 fabriziert.
  • Mitunter passiert es auch, dass im Falle eines Arbeits-/Schülerunfalles bzw. beim Vorliegen einer Berufskrankheit die Versichertenkarte eingelesen wird und dadurch die Kosten dieser nicht budgetrelevanten Fälle ins Arznei- bzw. Heilmittelbudget gebucht werden. Die Kosten werden dann auch selbstverständlich der Praxis falsch zugeordnet. Bei Verordnungen in den Fällen, in denen ein privater oder gesetzlicher Unfallversicherungsträger als Kostenträger in Frage kommt, ist folgendes zu beachten:

 

  • In der Regel erfolgt die Beschriftung des Patientenfeldes mittels der Krankenversichertenkarte.
  • Hier reicht es nicht aus, die Kostenträgerzeile durchzustreichen und den zuständigen Unfallversicherungsträger einzutragen, sondern es muss unbedingt die Krankenkassennummer durchgestrichen werden.
  • Neben dem Eintrag des Unfalldatums und des Unfallbetriebes (ggf. Kindergarten, Schule, Hochschule) am Fußende des Rezeptes ist es auch unbedingt erforderlich, die dafür vorgesehenen Ankreuzfelder (z. B. „Arbeitsunfall") am linken Rezeptrand zu kennzeichnen.
  • Ohne die notwendigen Kennungen findet in den Abrechnungszentren der Apotheken keine Selektion dieser Rezepte statt, und die Kosten werden dem primären Kostenträger in Rechnung gestellt. Da im Rahmen eines maschinellen Prüfverfahrens diese Belege regelmäßig als zuständig erkannt werden, ist die Wahrscheinlichkeit groß, daß sie im Ergebnis nicht gegenüber dem Unfallversicherungsträger geltend gemacht werden können.
  • Bitte beachten Sie, dass die Übernahme der Kosten durch die Unfallversicherungsträger nur gewährleistet werden kann, wenn das Rezept alle notwendigen Angaben enthält.
  • Gelegentlich wird auch die Kennzeichnung des Feldes 7 für Hilfsmittel oder 8 und 9 für Impfstoffe vergessen, so daß diese Hilfsmittel bzw. Impfstoffe, die nicht budgetrelevant sind, unter die Budgetierung fallen.

 

Es liegt also im Interesse eines jeden Vertragsarztes, dass die Rezepte mit größter Sorgfalt ausgestellt werden.

 

Hat der Patient mit dem Rezept die Praxis verlassen, ist der Arzt auf die exakte Arbeit von Apotheken, Rechenzentren und Krankenkassen angewiesen.

 

Das Vertrauen darauf, dass dort eine korrekte Bearbeitung der Rezepte erfolgt, ist nicht immer gerechtfertigt.

 

  • So kann es in der Apotheke beispielsweise durch die Abgabe eines teureren Arzneimittels, weil das verordnete gerade nicht verfügbar ist, zu einem Preisunterschied kommen oder es kann zu Tax- und Rechenfehlern kommen.
  • Aber auch in Rechenzentren sind Fehlerquellen nicht auszuschließen. Was dort eingelesen wird ist entscheidend für die Zahlung. Dies ist letztendlich maßgeblich dafür, ob es zu einer Wirtschaftlichkeitsprüfung und eventuell zu einem Regress kommt.
  • Im Rechenzentrum können Fehllesungen durch falsche Positionierung vorkommen, was jedoch in einem so geringen Prozentsatz geschieht, dass Korrekturen nicht durchgeführt werden. Es können Zahlendreher oder Verwechslungen von 0, 6, 8 oder 9 vorkommen und die Einlesung der Arztnummer als Pharmazentralnummer.

 

Die letzte Fehlerquelle ist die Krankenkasse. Hier kann es sein, dass Daten ohne Plausibilitätskontrolle akzeptiert werden.

 

Bei dieser Fülle von Fehlerquellen sollten Sie darauf achten, dass nicht bereits in Ihrer Praxis der Grundstein für eine fehlerhafte Zuordnung gelegt wird.

Anlagen