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null Diabetes mellitus

Als Diabetes mellitus Typ 1 wird die Form des Diabetes bezeichnet, die durch absoluten Insulinmangel aufgrund einer sukzessiven Zerstörung der Betazellen in der Regel im Rahmen eines Autoimmungeschehens entsteht. Bei einem Diabetes mellitus Typ 2 handelt es sich um die Form des Diabetes, die durch Insulinresistenz in Verbindung mit eher relativem als absolutem Insulinmangel gekennzeichnet ist.

Die Behandlung chronischer Erkrankungen soll durch strukturierte Behandlungsprogramme nach § 137f SGB V (auch DMPs genannt), die auf der RSAV, der DMP-A-RL sowie der DMP-AF-RL in der jeweils gültigen Fassung beruhen, optimiert werden. Die Kassen und die KVS haben daher Verträge auf Grundlage des § 137f SGB V und des § 140a SGB V zur Durchführung der strukturierten Behandlungsprogramme für Versicherte mit Diabetes mellitus Typ 1 und Diabetes mellitus Typ 2 geschlossen.

Gestationsdiabetes mellitus (GDM) – auch Schwangerschaftsdiabetes genannt – ist definiert als eine Glukosetoleranzstörung, die erstmals in der Schwangerschaft mittels eines oralen Glukosetoleranztestes unter standardisierten Bedingungen und qualitätsgesicherter Glukosemessung aus venösem Plasma diagnostiziert wird. Bei einem außerhalb der Schwangerschaft manifestierten Diabetes mellitus handelt es sich nicht um ein GDM.

Die auf der Grundlage des § 140a SGB V mit den Kassen und der KVS geschlossenen Verträge sollen dem besonderen Versorgungs- und Kooperationsbedarf der Patientinnen mit GDM Rechnung tragen und deren intensive Betreuung durch die diabetologischen Schwerpunktpraxen (SPP) ermöglichen.

Sofern Sie an den Verträgen als diabetologisch besonders qualifizierter Arzt teilnehmen möchten, bitten wir Sie, uns die ausgefüllten und unterschriebenen Teilnahmeerklärungen mit den geforderten Nachweisen zuzusenden. Die Verträge finden Sie unter weiterführende Informationen.

 

Grundlagen:

  • DMP-Verträge "Diabetes mellitus Typ 1" mit der AOK, Knappschaft, IKK, SVLFG und Ersatzkassen sowie mit dem BKK Landesverband Mitte
  • DMP-Verträge "Diabetes mellitus Typ 2" mit der AOK, Knappschaft, IKK, SVLFG und Ersatzkassen sowie mit dem BKK Landesverband Mitte
  • Verträge zur besonderen Versorgung von Patientinnen mit Gestationsdiabetes mellitus (GDM) mit der AOK, Knappschaft, IKK, SVLFG und Ersatzkassen sowie mit dem BKK Landesverband Mitte

Ausnahmeregelung für Schulungen und Dokumentationen wegen der COVID-19-Pandemie

Aufgrund der COVID-19-Pandemie hatte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) bereits am 27. März und am 6. August 2020 eine Ausnahmeregelung in der DMP-Anforderungen-Richtlinie beschlossen, mit der die DMP-Dokumentationspflicht und die Verpflichtung der Versicherten zur Teilnahme an empfohlenen DMP-Schulungen für das Jahr 2020 ausgesetzt wurden. Flankierend hierzu hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) diese Ausnahmeregelung in die Risikostruktur-Ausgleichsverordnung (RSAV) aufgenommen (25. Verordnung zur Änderung der RSAV).

 

Infolge der weiterhin andauernden Pandemie hat der G-BA am 17. Dezember 2020 eine zeitlich flexible Regelung beschlossen: Die Ausnahmeregelung für DMP-Dokumentationen und Schulungen gilt nun für die Dauer der durch den Deutschen Bundestag festgestellten epidemischen Lage von nationaler Tragweite nach § 5 Absatz 1 des Infektionsschutzgesetzes. Während dieses Zeitraums erfolgt keine Ausschreibung aus den DMP wegen fehlender Dokumentationen oder nicht wahrgenommener Schulungen. Für DMP-Dokumentationen gilt dies bis zum letzten Tag des Quartals, in dem die Feststellung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite endet.

 

DMP-Dokumentationen und Schulungen können und sollten weiterhin von den Praxen erbracht werden. Wird das Risiko einer persönlichen Konsultation aber als zu hoch eingeschätzt, werden die Versicherten bei fehlenden Dokumentationen beziehungsweise Schulungsteilnahmen nicht aus den DMP ausgeschrieben. Die DMP-Vergütung erfolgt allerdings nur bei fristgerechter Dokumentation beziehungsweise durchgeführter Schulung.