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null Modellprojekt „Öffnung der Bereitschaftsdienstpraxen Saarbrücken während der Woche“

 

(Saarbrücken, 10.10.2017) Bundesweit nimmt die Zahl der Patienten zu, die die Klinikambulanzen als „Ersatz“ für die ambulante vertragsärztliche Versorgung sowie den ärztlichen Bereitschaftsdienst in Anspruch nehmen.

Deshalb hat die Kassenärztliche Vereinigung Saarland im Rahmen eines Modellprojektes die beiden Bereitschaftsdienstpraxen Saarbrücken - am Klinikum Saarbrücken am Winterberg sowie am CaritasKlinikum Saarbrücken - in Absprache mit den beiden Krankenhäusern über den Zeitraum vom 01.04.-30.09.2017 in den sprechstundenfreien Zeiten auch während der Woche geöffnet.

Zusätzlich zum regulären Hausbesuchsdienst, der über die 116 117 für die Patienten erreichbar ist, waren in den Zeiten montags, dienstags und donnerstags von 18.00 – 22.00 Uhr sowie mittwochs und freitags  von 13.00 -22.00 Uhr die Bereitschaftsdienstpraxen besetzt. Die Dienste wurden auf freiwilliger Basis durch Vertragsärzte übernommen.

Ziel war es, ein Bild zum tatsächlichen Bedarf und zur Wirtschaftlichkeit eines entsprechenden Versorgungsangebotes zu erhalten.

Die während des Modellprojektes anonymisiert erhobenen Daten wurden durch die KV Saarland ausgewertet:

Zu den oben genannten Zeiten (montags, dienstags und donnerstags von 18.00 – 22.00 Uhr sowie mittwochs und freitags  von 13.00 -22.00 Uhr) wurden durchschnittlich 81 Patienten pro Woche in der Bereitschaftsdienstpraxis am CaritasKlinikum behandelt, 56 in der Bereitschaftsdienstpraxis des Klinikums Saarbrücken auf dem Winterberg.

Dabei wurden im Durchschnitt 90 % der Patienten durch das Krankenhaus selbst zugewiesen.  (Ambulanz, Pforte, Beschilderung). Bei rund 75 % der Patienten sind die Beschwerden akut aufgetreten oder bestanden erst seit Kurzem.  Bei rund 20% der Erkrankungen handelte es sich um Verletzungen und Unfallfolgen. Rund 65 % der Patienten konnten durch den ärztlichen Bereitschaftsdienst versorgt werden, ca. 28 % benötigten die Einrichtung des Krankenhauses (Ambulanz bzw. stationäre Behandlung).

Aus dem Modellprojekt ergibt sich die Notwendigkeit für eine Zurverfügungstellung einer ambulanten Akutbehandlung. Die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Saarland hat der Übernahme in die Regelversorgung am 20.09.2017 zugestimmt.

Dr. Joachim Meiser, stv. Vorsitzender des Vorstandes der KV Saarland: „Wir verstehen unseren Sicherstellungsauftrag so, bedarfsgerechte und maßgeschneiderte Lösungen zu finden und dort einzusetzen, wo es notwendig ist“.

Dr. Christian Braun, Ärztlicher Direktor des Klinikums Saarbrücken auf dem Winterberg ergänzt: „Die erweiterten Öffnungszeiten sind ein wichtiger Schritt in Richtung einer verbesserten sektorenübergreifenden Versorgung. Notfallpatienten mit ambulant zu lösenden Problemen, die zuvor unsere Zentrale Notaufnahme in Anspruch genommen haben, können seither deutlich leichter und einfacher den Kolleginnen und Kollegen in der Bereitschaftsdienstpraxis vorgestellt werden. Dies schafft Freiräume zur Versorgung von Notfallpatienten, die die infrastrukturellen und personellen Ressourcen unserer Zentralen Notaufnahme bzw. des Klinikums Saarbrücken wirklich benötigen. Die Wege bleiben kurz – ein echter Mehrwert für alle, insbesondere aber für die Patienten“.

 

Weitere Informationen:

Am 11. Oktober fand erstmalig ein bundesweiter Aktionstag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der Kassenärztlichen Vereinigungen zum ärztlichen Bereitschaftsdienst statt. Die Sicherstellung einer flächendeckenden, qualitätsgesicherten ambulanten Versorgung in Deutschland ist der zentrale Auftrag an die Vertragsärzteschaft. Und das rund um die Uhr. Dazu gehört die Organisation des ärztlichen Bereitschaftsdienstes. Dieser ist seit April 2012 unter der bundesweit einheitlichen Rufnummer 116117 erreichbar. Überall in Deutschland sind niedergelassene Ärzte im Einsatz, die Patienten in dringenden medizinischen Fällen außerhalb der regulären Sprechzeiten ambulant behandeln – nachts, an Wochenenden und an Feiertagen. Auch leistet der ärztliche Bereitschaftsdienst einen wichtigen Beitrag zur Entlastung der Notaufnahmen.
 
Der Tag des ärztlichen Bereitschaftsdienstes am 11. Oktober sollte auf die besondere Leistung der ambulanten Haus- und Fachärzte aufmerksam machen und über den Service informieren.

(Quelle: Kassenärztliche Bundesvereinigung)

 

Krankheiten halten sich nicht an Öffnungszeiten - Bundesweit einheitliche Nummer 116117 für den ärztlichen Bereitschaftsdienst

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