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null Modellprojekt Allgemeine Ambulante Palliativversorgung im Landkreis St. Wendel

 

(Saarbrücken, 17.10.2017) Mitte 2015 hat die Kassenärztliche Vereinigung Saarland (KVS) mit der Christlichen Hospizhilfe im Raum St. Wendel eine ambulante Palliativversorgung realisiert, die zu einer besseren Versorgung und Begleitung sterbender Patienten beitragen sollte.

Durch zielgerichtetes Zusammenwirken von Hausärzten, Palliativmedizinern, Christlicher Hospizhilfe und den Pflegediensten wurde eine multiprofessionelle Versorgungssituation geschaffen, welche Sterbenden die  Möglichkeit gibt, ihre letzte Lebensphase in der häuslichen Umgebung gut versorgt zu verbringen.

Durch mehrere Workshops zwischen den Beteiligten wurden Behandlungspfade festgelegt, um das Projekt inhaltlich zu gestalten.

Nach zwei Jahren ist das Modellprojekt sowohl auf ärztlicher als auch auf pflegerischer Seite, sowohl auf Seiten der Patienten, ihrer Angehörigen und auch auf Seiten des Hospizvereins anerkannt und akzeptiert.

Das zeigen auch die Evaluationsergebnissen des Zentrums für Allgemeinmedizin der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes und des Instituts für Gesundheitsforschung und Technologie der Hochschule für Technik in Saarbrücken:

Hier konnte nachgewiesen werden, dass das Verbleiben im häuslichen Umfeld bei hoher Zufriedenheit und deutlich weniger Krankenhausaufenthalten ermöglicht worden ist. Um Erfahrungen auszutauschen und den gemeinsam geschaffenen Prozess weiter zu entwickeln, fanden regelmäßig Teambesprechungen statt. Dazu wurden auch externe Experten eingeladen, die über aktuelle Themen informierten.

 

Wie geht es nun nach Abschluss der Modellphase weiter?

Im Rahmen der Weiterentwicklung der Gebührenordnung für Ärzte wurden entsprechende Leistungspositionen auf Bundesebene inzwischen geschaffen. Im Bereich der häuslichen Krankenpflege steht ein neues erweitertes Leistungsangebot unmittelbar vor der Einführung in die Regelversorgung. Somit sind weitere Bausteine geschaffen worden, die positiven Erfahrungen in die Regelversorgung überführen zu können. Die KVS wird auch anstreben, dieses Modell landesweit zu etablieren.

Zusammengefasst konnte ein Versorgungsmodell entwickelt werden, das die Wünsche von Patienten und ihrer Angehörigen verstärkt berücksichtigt und die hohen Anforderungen an die gute Versorgung Schwerstkranker und Sterbender im häuslichen Umfeld verbessert.

 

Daten und Fakten

(über die Laufzeit des AAPV-Projektes):

 

Geschlecht:

Männer: 35 % Frauen: 65 %
 

Sterbeort:

Häusliche Umgebung: 48 = 77 %

Zu Hause: 37
Pflegeheim: 11
 

Gesamt: 77 %

Hospiz

4 = 6 %

   
Krankenhaus 11 = 17 %
Gesamt 63

 

 

Grafik: Während der AAPV-Dauer veranlasster Krankenhausaufenthalt (Kuchendiagramm), Quelle: KVS

Anlagen