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null Mutterschafts-Richtlinien: Einführung einer gezielten Rhesus-Prophylaxe trat am 24. November 2020 in Kraft

Die Einführung einer gezielten Rhesus-Prophylaxe zur Bestimmung des fetalen Rhesusfaktors bei Rhesus-negativen Schwangeren mittels nicht-invasivem Pränataltest (NIPT-RhD) in den Mutterschafts-Richtlinien ist am 24. November 2020 in Kraft getreten.

Für den Pränataltest wird eine Blutprobe der Schwangeren benötigt. Das mütterliche Blut enthält Erbmaterial des Kindes, das sich zur Bestimmung des fetalen Rhesusfaktors eignet. Ein solcher Test soll frühestens ab der 12. Schwangerschaftswoche angewendet werden. Zudem muss er definierte Testkriterien erfüllen. Es gilt der Arztvorbehalt.

Vorgaben des Gendiagnostikgesetzes sind zu beachten!

Da es sich bei der vorgeburtlichen Rhesusfaktorbestimmung aus der Blutprobe der Schwangeren um eine genetische Untersuchung handelt, gelten für die durchführenden Ärzte die Aufklärungs- und Beratungsverpflichtungen nach den Vorgaben des Gendiagnostikgesetzes (GenDG). Die genetische Beratung hat in diesem Falle gemäß § 15 Abs. 3 entsprechend § 10 Abs. 2 und 3 GenDG zu erfolgen.

Erforderliche Qualifikation für die Beratung bei NIPT-RhD:

Das GenDG schreibt seit 2011 eine Qualifizierung zur fachgebundenen genetischen Beratung vor. Alle Ärzte, die Personen bezüglich genetisch bedingter Erkrankungen prädiktiv beraten, müssen ihre Qualifikation zur genetischen Beratung nachweisen! Dazu hat die Gendiagnostik-Kommission (GEKO) bundesweit bindend die Teilnahme an einer Qualifizierungsmaßname mit 72 Fortbildungseinheiten und der dazugehörigen praktisch-kommunikativen Qualifizierungsmaßnahme (Richtlinie Genetische Beratung, Abschnitt VII.3.4.) vorgeschrieben.

Hiervon unberührt bleiben die bereits vorhandenen Beratungsqualifikationen von Fachärzten für Humangenetik bzw. Ärzten mit der Zusatzbezeichnung Medizinische Genetik, sowie von Gynäkologen, die ihre Bescheinigung „fachgebundene genetische Beratung“ im Rahmen der Übergangsregelung bis zum 10. Juli 2016 erworben haben.

Seit Ablauf der Übergangsregelung wird der direkte Zugang zur Wissenskontrolle für die fachgebundene genetische Beratung nur noch solchen Ärztinnen und Ärzten ermöglicht, die mindestens 5 Berufsjahre nach Anerkennung zur Fachärztin bzw. zum Facharzt nachweisen können.

Abzugrenzen und Nicht ausreichend ist die „kleine“ Qualifikation zur fachgebundenen genetischen Beratung im Kontext vorgeburtlicher Risikoabklärung. Hiermit verbunden wird der Aufwand eines 8-Stunden-Kurses. (Richtlinie Genetische Beratung, Abschnitt VII.4)

Zur Unterstützung des ärztlichen Aufklärungsgesprächs hat der G-BA eine Versicherteninformation erstellt, welche die wesentlichen Informationen enthält, die der Schwangeren eine informierte Entscheidung zum Angebot des NIPT-RhD ermöglichen soll (vgl. Mutterschaftsrichtlinie Anlage 7).

Anlagen