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Humane Affenpocken

Das Ministerium für  Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit hat uns wie folgt um Information unserer Mitglieder gebeten:

In Deutschland sind im Mai 2022 erste Fälle von Affenpocken identifiziert worden. Diese Fälle stehen in Zusammenhang mit weiteren Affenpockenfällen ohne Reiseanamnese in Endemiegebiete. Wir gehen davon aus, dass weitere Fälle in Deutschland zu erwarten sind.

Eine Gefährdung für die Gesundheit der breiten Bevölkerung in Deutschland wird nach derzeitigem Kenntnisstand als gering eingeschätzt. Um die Verbreitung des Virus einzudämmen und um eine effiziente Kontaktnachverfolgung zu gewährleisten, sind wir darauf angewiesen, dass Verdachtsfälle rasch erkannt werden.

Verlässliche Informationsquellen bietet das Robert Koch-Institut auf seiner Website: www.rki.de/Affenpocken

Hier finden Sie auch Antworten zu den häufig gestellten Fragen.

Sollten Sie einen Verdachtsfall mit Affenpocken in Ihrer Praxis haben, so gilt die Arzt-Meldepflicht gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 5 IfSG und die Labor-Meldepflicht gemäß § 7 Abs. 2 IfSG.

In folgenden Fällen ist eine Labordiagnostik bei Verdacht auf eine Infektion mit Pockenviren indiziert:

  • entsprechende Symptome in Verbindung mit Tierkontakt bzw. Aufenthalt in Endemiegebieten
  • enger Kontakt zu einer nachweislich mit Affenpocken infizierter Person
  • bei unklaren pockenähnlichen Effloreszenzen auch ohne Reiseanamnese in Endemiegebiete

Beim Umgang mit potentiell infektiösen Patienten sind folgende Maßnahmen erforderlich:

  • Isolierung des Patienten von anderen in der Praxis befindlichen Patienten
  • Verwendung von Einwegkittel, Atemschutzmasken, Schutzbrillen und Einmalhandschuhen
  • anschließende Flächendesinfektion der Räumlichkeiten

Das Affenpockenvirus gehört in Deutschland zur Risikogruppe 3, weshalb der Umgang mit dem Virus nur in Laboren ab der Biologischen Schutzstufe 3 zugelassen ist.

Analog zu Windpocken oder Gürtelrose erfolgt die Abnahme von Probenmaterial mittels trockenem Tupfer und soll anschließend kühl gelagert werden.

Die Einsendung des Probenmaterials erfolgt an das Konsiliarlabor für Pockenviren:

Prof. Dr. Andreas Nitsche

Robert Koch-Institut

Seestraße 10

13353 Berlin

Tel.: 030 18 754 2313

Mail: nitschea@rki.de

Für den Transport des Probenmaterial folgt noch eine gesonderte Handreichung aus der Virologie in Homburg. 

Probenbegleitschein

Detaillierte Informationen finden Sie auch auf der Internetseite des Robert Koch-Instituts:

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/A/Affenpocken/Affenpocken.html


Weitere Informationen:

Klinischer Verdacht von Affenpocken - Flussdiagramm (Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit)

Empfehlungen für das Management von Kontaktpersonen zu einer an Affenpocken erkrankten Person (Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit)

 

Stand: 07.06.2022

Anlagen