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angle-left null Zweitmeinung

Die Verfahrensregeln des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), nach denen Patientinnen und Patienten eine zweite ärztliche Meinung zur Notwendigkeit einer empfohlenen Operation einholen können, sind in Kraft getreten.

 

Ein rechtlicher Zweitmeinungsanspruch besteht vorerst bei folgenden Eingriffen:

 

1. Mandeloperationen (Tonsillektomie, Tonsillotomie):

Der Eingriff an den Gaumen- oder Rachenmandeln (Tonsillektomie auch mit zusätzlicher Adenotomie) umfasst entweder eine vollständige Resektion (Tonsillektomie) oder eine Teilentfernung (Tonsillotomie). Gegenstand des Zweitmeinungsverfahrens ist die Indikationsstellung zur Tonsillektomie/Tonsillotomie bei allen nicht malignen Erkrankungen der Tonsillen.

 

2. Gebärmutterentfernungen (Hysterektomien):

Der Eingriff umfasst Uterusexstirpationen, die als totale oder subtotale Hysterektomie durchgeführt werden. Gegenstand des Zweitmeinungsverfahrens ist die Indikationsstellung der Hysterektomie bei allen nicht malignen Erkrankungen des Uterus.

 

Die vom G-BA beschlossenen Regelungen sollen eine unabhängige und qualifizierte ärztliche Zweitmeinung sicherstellen. Ärztinnen und Ärzte können bei der KV Saarland eine Genehmigung beantragen, Zweitmeinungsleistungen abrechnen zu dürfen. Den auf das Verfahren bezogene Antrag finden Sie unter der Rubrik „Download“. Zur Erbringung einer Zweitmeinung nach dieser Richtlinie sind die in § 27b Absatz 3 SGB V genannten Ärzte und Einrichtungen berechtigt. Entsprechend Satz 1 sind:

 

  1. zur Leistungserbringung zugelassene oder ermächtigte Ärztinnen und Ärzte,
  2. nicht an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmende Ärztinnen und Ärzte, die nur zu diesem Zweck an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmen, oder
  3. an ermächtigten Einrichtungen, zugelassenen medizinischen Versorgungszentren oder zugelassenen Krankenhäusern tätige Ärztinnen und Ärzte

 

berechtigt, wenn sie gegenüber der KV Saarland durch geeignete Bescheinigungen folgende fachliche Qualifikationen nachgewiesen haben:

 

- die Anerkennung einer Facharztbezeichnung in dem für den jeweiligen Eingriff festgelegten Fachgebiet und

 

- eine mindestens 5-jährige ganztägige Tätigkeit, vom Umfang her entsprechende Teilzeittätigkeit oder in Kombination aus einer ganztätigen Tätigkeit und Teilzeittätigkeit in einem Bereich der unmittelbaren Patientenversorgung in dem für den jeweiligen Eingriff genannten Fachgebiet und

 

- die Erfüllung der Fortbildungsverpflichtungen nach § 95d SGB V oder § 136b Absatz 1 SGB V oder im Falle § 27 Absatz 3 Nummer 5 SGB V eine entsprechende Zahl an Fortbildungspunkten durch die Landesärztekammer erworben wurde und

 

- eine durch die zuständige Landesärzteärztekammer erteilte Befugnis zur Weiterbildung erteilt oder eine akademische Lehrbefugnis verliehen wurde.

 

Informationen über alle Ärztinnen und Ärzten, die aufgrund ihrer besonderen Qualifikation und Unabhängigkeit eine Zweitmeinung abgeben dürfen, werden wir auf unserer Internetseite unter Arztsuche veröffentlichen.

 

 

Aufgaben des indikationsstellenden Arztes:

 

Die indikationsstellende Ärztin oder der indikationsstellende Arzt muss die Patientin oder den Patienten über das Recht, eine unabhängige ärztliche Zweitmeinung einholen zu können, aufklären. Die Aufklärung muss mündlich und verständlich erfolgen. Die Aufklärung über das Recht zur Einholung einer Zweitmeinung hat in der Regel mindestens 10 Tage vor dem geplanten Eingriff zu erfolgen, in jedem Fall aber so rechtzeitig, dass die Patientin oder der Patient die Entscheidung über die Einholung einer Zweitmeinung wohlüberlegt treffen kann.

 

Die Ärztin oder der Arzt hat die Patientin oder den Patienten auf die Informationsangebote über geeignete Zweitmeiner nach § 9 hinzuweisen. Die Patientin oder der Patient ist darüber zu informieren, dass die Zweitmeinung nicht bei einer Ärztin oder einem Arzt oder einer Einrichtung durchgeführt werden kann, durch den oder durch die der Eingriff durchgeführt werden soll.

 

Von der Ärztin oder dem Arzt gemäß Absatz 1 ist auf das durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) veröffentlichte Patientenmerkblatt über das Zweitmeinungsverfahren gemäß dieser Richtlinie, auf die durch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen im Auftrag des G-BA entwickelte eingriffsspezifische Entscheidungshilfe sowie gegebenenfalls weitere evidenzbasierte Informationen zu den im Besonderen Teil benannten Eingriffen hinzuweisen, auf die im Patientenmerkblatt verwiesen wird. Der Patientin oder dem Patienten soll das Patientenmerkblatt auch in Textform zur Verfügung gestellt werden.

Dieses Merkblatt für den Patienten finden Sie zum Ausdrucken unter den Downloads.

 

Die Patientin oder der Patient ist auf ihr oder sein Recht zur Überlassung von Abschriften von Befundunterlagen aus der Patientenakte gemäß § 630g Absatz 2 Bürgerliches Gesetzbuch, die für die Einholung der Zweitmeinung erforderlich sind, hinzuweisen. Der Patientin oder dem Patienten sind auf Wunsch die Befundunterlagen nach Satz 1 auszuhändigen. Die Kosten, die der indikationsstellenden Ärztin oder dem indikationsstellen Arzt durch die Zusammenstellung und Überlassung von Befundunterlagen für die Zweitmeinung entstehen, trägt die Krankenkasse.

 

Wie Patienten Zweitmeiner über die KVS-Arztsuche finden:

Die entsprechenden Ärzte finden Paatienten in nachfolgenden beiden Listen.

"Zweitmeinungsverfahren für Mandeloperationen" und

"Zweitmeinung für Gebärmutterentfernung"

 

Beide Listen haben wir auch unter folgendem Link zur Verfügung gestellt:

https://www.kvsaarland.de/patienten